PM: An Bewährtem festhalten

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Der Landtagsabgeordnete Thomas Barth (CDU) hinterfragt die Entscheidung des Landes, bis zum Ende des Schuljahres eine neue Lernplattform für den digitalen Unterricht einzuführen. Statt mit der Brechstange ein neues System mit hohem Aufwand einzuführen, sollte man alle Möglichkeiten ausschöpfen, um ein bestehendes und bewährtes System datenschutzkonform zu machen.

»Seit dem missglückten Start zum Auftakt des Fernunterrichts an rheinland-pfälzischen Schulen erreichen mich mehrfach Schreiben von Lehrern, Eltern und Schülern, die auf Probleme beim Online-Unterricht mit den von der Landesregierung favorisierten Lernplattformen ›Moodle‹ und ›BigBlueButton‹ hinweisen. Hauptkritikpunkt neben der mangelnden technischen Stabilität ist das Unverständnis darüber, dass die Landesregierung ein funktionierendes und leistungsstarkes System durch ein instabiles, für Cyberattacken anfälliges und immer wieder zusammenbrechendes System bis zum Ende des Schuljahres ersetzen will«, fasst Thomas Barth die Beschwerden zusammen.

Viele Schulen und Schulträger, wie etwa im Landkreis Mainz-Bingen, haben seit Beginn des Homeschoolings auf Microsoft-Anwendungen gesetzt, weil diese sowohl die technischen als auch die pädagogischen Ansprüche erfüllen – und sind nach Aussagen vieler Schulleiter sehr gut damit gefahren. Teams ist auch sehr einfach gehalten und auch für die jüngeren Klassen gut geeignet.

»Auch mir erschließt sich nicht so recht, warum der Microsoft-Einsatz aus Datenschutzgründen in Frage gestellt wird und landesweit ganz abgeschafft werden soll. Sowohl Verwaltungen wie Wirtschaftsbetriebe nutzen MS-Teams und müssen dabei datenschutzrechtlich einwandfrei arbeiten. Warum soll das für Schulen nicht möglich sein?«, fragt der Abgeordnete für den Wahlkreis Ingelheim. Man könne z.B. die Office 365 Educationlizenz A1 inklusive Teams kostenlos nutzen, was Banken, Versicherungen, die Deutsche Bahn und andere auch tun.

Außerdem stellt sich die Frage, ob die Landesregierung auch wirklich alle notwendigen Schritte unternommen hat, um mit Microsoft Deutschland einen den Vorgaben des Landesdatenschutzbeauftragten genügenden Betrieb von MS-Teams für den schulischen Bereich in Rheinland-Pfalz aufzusetzen. Zumal die Umstellung auf ein neues System immer auch mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.

Um diese zu erfahren, hat der CDU-Politiker nun eine Kleine Anfrage gestellt, in der er unter anderem von der Landesregierung wissen will, wie hoch sich die Kosten für die initiale Einrichtung, die jährlichen Betriebs- und Lizenzkosten sowie die Schulungskosten für Lehrerpersonal und Schulverwaltung belaufen werden.

»SchülerInnen, Schulleitungen, LehrerInnen und sowie Eltern haben ein Recht auf einen geregelten und verlässlichen digitalen Unterricht. Dafür wäre es allemal sinnvoller, ein bewährtes System zu erhalten und unter datenschutzkonformen Bedingungen fortzuführen als ein neues, unausgegorenes und mit hohem Aufwand und zusätzlichen Kosten einzuführen«, so Thomas Barth abschließend.

 

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