Offener Brief an die Kassenärztliche Vereinigung zum Thema „Ärztliche Bereitschaftsdienstzentralen“

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Sehr geehrter Herr Dr. Heinz,

den Beschluss des Vorstands der Kassenärztlichen Vereinigung, die für den 1. Juli geplante Schließung der Ärztlichen Bereitschaftsdienstzentrale (ÄBZ) Ingelheim bis auf weiteres auszusetzen, begrüßen wir sehr. Angesichts der hohen Patientenzahlen in der ÄBZ-Ingelheim halten wir dies für einen sinnvollen und notwendigen Schritt, um die wohnortnahe ambulante Versorgung in der Region zu gewährleisten. Ein Schritt, der hoffentlich von Dauer sein wird, zumal es an Perspektiven und gangbaren Möglichkeiten zum Erhalt des Standorts Ingelheim nicht mangelt.

So befürworten wir das vom Vorstand des Ingelheimer Ärztevereins vorgeschlagene Modell einer Portalpraxis, die unter Trägerschaft der KV in Kooperation mit dem Ingelheimer Krankenhaus betrieben werden könnte, ausdrücklich. Das wäre ein eindeutiges Signal zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit der hausärztlichen Versorgung im Landkreis Mainz-Bingen.

Derartige Lösungen sollten auch für die anderen von der Schließung betroffenen Bereitschaftspraxen in Kirn, Rockenhausen, Wissen und Bingen angestrebt werden, um auch dort die Gesundheitsversorgung in der Fläche dauerhaft zu gewährleisten. Gerade im ländlichen Raum, wo viele ältere Menschen leben, wo der öffentliche Nahverkehr an Wochenenden stark ausgedünnt ist und wo Hausärzte ihre Praxen in den kommenden Jahren altersbedingt schließen, stoßen die bevorstehenden Schließungen der Bereitschaftspraxen auf große Unverständnis. Vor diesem Hintergrund bitten wir auch um eine Prüfung auf eine Wiedereinrichtung einer Bereitschaftspraxis im Bereich der VG Rhein-Selz.

Auch in dieser Region treibt die Menschen die Sorge um, dass dadurch die wohnortnahe ambulante Versorgung gefährdet ist, und sie lange Wege in Kauf nehmen müssen, um eine ärztliche Behandlung außerhalb der hausärztlichen Praxiszeiten in Anspruch nehmen zu können.

Angesichts dessen plädieren wir für patientengerechte Lösungen mit Herz und Augenmaß, die nicht nur Wirtschaftlichkeit, sondern auch Menschlichkeit zum Maßstab haben, und die stärker die Bedürfnisse der Menschen in den Blick nehmen. In diesem Sinne bitten wir Sie, Ihre Entscheidungen im Zuge der Neustrukturierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Rheinland-Pfalz noch einmal zu überdenken.

Mit freundlichen Grüßen

Jan Metzler, MdB

Ursula Groden-Kranich, MdB

Thomas Barth, MdL

 

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