Dem Fachkräftemangel entgegenwirken – zu Besuch bei der Firma Gemünden in Ingelheim

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Vergangene Woche besuchte ich auf Einladung von Tim Gemünden, Geschäftsführer der seit 1884 und in der fünften Generation bestehenden Baufirma Karl Gemünden GmbH & Co. KG, den Hauptsitz in Ingelheim.

Im Gespräch fanden zwei Themen ihre Schwerpunkte: die zunehmende Problematik des Fachkräftemangels und die steigenden Baukosten. Im Bereich des Fachkräftemangels berichtete Tim Gemünden von den landesweit ausgeschriebenen Ausbildungsplätzen im Handwerk, die nicht besetzt werden können. Auch das Bauunternehmen Karl Gemünden ist seit Jahren hiervon betroffen und findet für insgesamt zehn Ausbildungsplätze nicht ausreichend Bewerber. Tim Gemünden sieht die Ursache hierfür insbesondere in der zunehmenden Zahl der Abiturienten und den damit verbundenen immer weniger Interessierten an einer handwerklichen Ausbildung. Auch eine vermehrte Einstellung von Flüchtlingen führt hier bislang zu keiner direkten Verbesserung, da häufig kein eindeutiges Bleiberecht beschieden werden kann. Dem Mangel an Ausbildungsbewerbern stehen Studenten gegenüber, die für den Betrieb nicht über das notwendige Grundwissen verfügen. Grund hierfür ist die vermehrte Spezialisierung der Hochschulen in breiter gefächerte Studiengänge. Als Arbeitgeber wünscht sich der Bauunternehmer ein zielgerichtetes Hochschulstudium, das entsprechendes Grundwissen vermittelt und eine Spezialisierung im Anschluss an das Studium ermöglicht. Auch müsse in unserer Gesellschaft berufliche und akademische Bildung gleichgestellt werden, eine Forderung, die die CDU-Landtagsfraktion seit Jahren vertritt. Den Vorschlag von Tim Gemünden, an der Berufsschule ein begleitendes Abitur anzubieten, nehme ich gerne in meine weitere Arbeit als Landtagsabgeordneter auf. Außerdem besteht eindeutig Handlungsbedarf bei der Hochschulfinanzierung! Den Studenten die Möglichkeit eines fundierten Grundstudiums zu nehmen, da die Hochschulen sich durch neue, immer speziellere Studiengänge finanzieren müssen, liegt nicht im Interesse von Unternehmen. Eine weitere Problematik sind die stetig steigenden Baukosten. Die Ursachen hierfür sind insbesondere höhere Anforderungen an Wärme- und Schallschutz, sowie die von der Landesbauordnung vorgeschriebene Barrierefreiheit, die vor allem für eine Vergrößerung der Wohn- und Nutzfläche sorgt. Eine weitere Herausforderung stellt nach Erfahrung des Bauunternehmers auch die Entsorgung dar. Die rheinland-pfälzische Gesetzgebung verlangt strenge Anforderungen an die Entsorgung von Aushubmaterial und dergleichen, bietet aber gleichzeitig nur zwei Entsorgungsbetriebe an, die angefahren werden können. Die daraus resultierenden Logistikwege sind nicht nur kostenaufwendig, sondern entsprechen auch nicht dem heutigen Umweltschutzverständnis. Entlastung könne hier durch eine Verpflichtung der Landkreise geschaffen werden, jeweils eigene Deponien zu bewirtschaften. Auch sogenannte Bodenaufarbeitungsanlagen könnten dem Problem entgegenwirken. Aus dem Gespräch mit Tim Gemünden habe ich viele interessante und vor allem wichtige Impulse mitgenommen, die ich in meine Arbeit einfließen lassen werde. Ein mittelständiges, erfolgreiches Unternehmen wie die Bauunternehmung Karl Gemünden GmbH & Co. KG verdient als ambitioniertes Unternehmen unser Gehör und unsere Aufmerksamkeit und steht repräsentativ für viele weitere Unternehmen, die mit Fachkräftemangel und steigenden gesetzlichen Anforderungen zu kämpfen haben.

Tim Gemünden und Thomas Barth (Bild: Isabelle Nau)

 

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